Hans Haid: an speekar in dein schneitztiechlan

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Gedichte im Ötztal-tirolerischen Dialekt der bayerischen Mundart
mit sechs Graphiken von Cornelius Sternmann
Verlag J.P. Peter, Gebr. Holstein, Rothenburg ob der Tauber 1973
Reihe „Mundartliterarische Reihe“ Band 9
herausgegeben von Bernhard Doerdelmann

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Hans Haid: an speekar in dein schneitztiechlan

Hans Haid, zweifellos einer der begabtesten und zugleich originellsten österreichischen Mundartautoren, wurde 1938 in Längenfeld im tirolerischen Ötztal geboren. Den Dialekt seines heimatlichen Tales schreibt Haid noch heute, obwohl er seit etlichen Jahren in Wien lebt. Aber es ist so gar nichts „Heimatliches“ in seinen Gedichten; vielmehr stehen heimatkritische Texte neben eigentümlich zupackender Naturlyrik und gelegentlich sprachlichen bzw. lyrischen Experimenten. Die Schule der sogenannten „Wiener Gruppe“ hat er längst verlassen und sich selbständig gemacht; ja, in gewisser Weise hat er seine – in Österreich wohl unvermeidlichen – Lehrmeister übertroffen.

Der Dialekt des Ötztales gehört der bayerischen Mundart an. Er unterscheidet sich grundlegend von jenen Idiomen, die im übrigen Tirol gesprochen werden. Hans Haid macht mit seiner Sprache betroffen, weil man sich das „Österreichische“ ganz anders vorstellt. Aber darin liegt auch der besondere Reiz der hier vorliegenden Gedichte. Gleich Fitzgerald Kusz, der zu diesem Band das Nachwort geschrieben hat, scheut sich Hans Haid nicht vor komplizierten orthographischen Konstruktionen – keineswegs, um es dem Leser schwerer zu machen, wohl aber, um dem Klang der Sprache so nahe wie möglich zu kommen. Das wird um so verständlicher, wenn man weiß, dass Haid Volkskundler ist, der es mit seiner Wissenschaft sehr ernst meint. So errichtete er im Ötztal ein volkskundliches Museum; sein Ötztaler Freilichtmuseum befindet sich im Aufbau.
„Die heimatliche Basis ist”, wie Walter A. Kreye treffend sagte, „grenzüberschreitend“. Auch auf Hans Haids literarische Arbeit trifft das zu – und sicherlich in einem Maße, das man selbst im Ötztal (oder gerade dort) nicht vollends verstehen wird. Aber bekanntlich werden Eigenwilligkeit und Kritik stets dort am wenigsten begriffen, wo sie angesiedelt sind. Und wenn Wilhelm Staudacher „die Sprache von innen aushorchen“ will, was schließlich auch Haids Absicht ist, so muss man verstehen, dass sich das „Volk“ nur höchst ungern genau „aufs Maul schauen“ lässt – was die Arbeit der Dichter zwar erschwert, aber um so reizvollere, originalere Werke entstehen lässt.
(Klappentext)

mit Schallplatte (Single)